FAQs Cradle to Cradle CertifiedTM Zertifizierungen

Welche Organisationen sind beteiligt?

EPEA führt als akkreditierter Assessor den Zertifizierungsprozess für die Kunden durch. Zu den Aufgaben gehören die Materialbewertung (“Material Assessment“) und die Prozessbewertung („Process Evaluation“) sowie ggf. Betriebsbesichtigungen (“Site Visit”). Anschließend wird der Zertifizierungsberichts („Assessment Summary Report“) an das C2CPII (s.u.) mit Vorschlag eines erreichten Zertifizierungsniveaus übergeben.

Das Cradle to Cradle Products Innovation Institute (C2CPII) wurde im Jahre 2010 als Zertifizierungsstelle („Certifying Body“) in San Francisco gegründet. Es ist seit 2011 verantwortlich für die Auditierung der Zertifizierungen, die Ausstellung der Zertifikate sowie die Organisation des Cradle to Cradle Certified™ Zertifizierungsprogramms weltweit.

Was kann zertifiziert werden?

Das Cradle to Cradle Certified™ Zertifizierungsprogram ist für Produkte und entsprechende Prozesse sowie die Aspekte Wassermanagement, Einsatz erneubarer Energien und Sozialstandards entwickelt worden.

Firmen, Dienstleistungen, Lebensmittel oder Personen können nicht zertifiziert werden. Bezüglich der Inhaltsstoffe gibt es Chemikalien (siehe „Banned List“), die als Produktbestandteile die Zertifizierung eines Produkts verhindern können.

Darüber hinaus werden Produkte nicht zertifiziert, wenn sie konzeptionell nicht in die Cradle to Cradle® -Grundsätze passen.

Wenn ein Kunde beabsichtigt, eine Reihe sehr ähnlicher Produkte zu zertifizieren, gibt es die Möglichkeit, dies als Produktgruppe zu realisieren. Hierfür wird nur eine “Site Visit” benötigt und nur ein Zertifikat pro Produktgruppe ausgestellt. Dies ist kostengünstig, jedoch weniger flexibel, wenn ein Produkt der Gruppe verändert wird.

Was ist eine Material Health Zertifizierung?

Bei der Cradle to Cradle Material Health Zertifizierung wird nur die Materialgesundheit der Inhaltsstoffe nach der Methodik des Cradle to Cradle Certified™ Produktstandard bewertet. Das Zertifikat bietet Herstellern ein zuverlässiges Mittel, um über ihre Produkte hinsichtlich chemischer Materialeigenschaften extern zu kommunizieren.

Welche Zertifizierungslevel gibt es?

Basic, Bronze, Silber, Gold und Platin. Die Stufen gelten auch für das Material Health Zertifikat.

Wie werden die gelieferten Daten überprüft?

Das Cradle to Cradle™ Zertifizierungssystem basiert auf Vertrauen und Glaubwürdigkeit, nicht aber auf Kontrolle. Der Kunde erklärt mit der Unterschrift der Geschäftsführung die Richtigkeit der Zahlen und des Inhalts der Datensätze. In vielen Fällen werden zur Verifikation analytische Untersuchungen gefordert; weitere Details sind im Cradle to Cradle Certified™ Product Standard nachzulesen.

Zusätzlich wird der Kunde vor Ort besucht, um den Produktionsprozess besser zu verstehen und zu verifizieren. Ziel ist es, einen direkten Kontakt mit dem Kunden zu etablieren und einen Eindruck von der Produktion zu erhalten, der die Beurteilung der gelieferten Informationen und Daten erleichtert.

Wie weit muss ich den Produktionsprozess betrachten?

In der Regel müssen alle Daten von Chemikalien, die im Endprodukt enthalten sind, gesammelt werden. Häufig erhält man diese Daten entlang der wichtigsten Schritte des Produktionsprozesses („main manufacturing step“).

Beispiel: Für die Zertifizierung eines T-Shirts müssen Daten über Spinnen, Weben, Färben, Ausrüstung gesammelt werden (aber nicht über den Produktionsprozess der Farbstoffe).

Im Zertifizierungsprozess wird ein Projektmanager von EPEA Ihnen eine ausführliche Auskunft dazu geben.

Woher bekomme ich die benötigten Daten?

Entweder besitzt der Kunde die Daten selbst oder er fragt diese bei seinen Lieferanten nach.

Was ist zu tun, wenn mir mein Lieferant mit Hinweis auf Geheimhaltung die Informationen nicht geben möchte?

Generell liegt die Aufgabe beim Kunden, mit Lieferanten zu verhandeln und Kooperation im konkreten Zertifizierungsprojekt zu vereinbaren, weil es erfahrungsgemäß am effektivsten ist. In der Folge kann EPEA als neutrales wissenschaftliches Institut mit dem Lieferanten eine Geheimhaltungsvereinbarung schließen („secrecy agreement“ oder auch „non disclosure agreement“), sodass vertrauliche Daten direkt zwischen Lieferanten und EPEA ausgetauscht werden können.

Wie lange dauert der Zertifizierungsprozess?

Wenn alle Daten vom Kunden und/oder Lieferanten vorliegen, ist in der Regel mit etwa 6-8 Wochen für die Bewertungen durch EPEA und die Ausstellung des Zertifikats durch das C2CPII zu rechnen. Dieser Zeitraum kann sich verlängern, insbesondere wenn ein Kunde eine größere Anzahl von Produkten zu einem bestimmten Zeitpunkt zertifiziert haben möchte. Ein weiterer Faktor ist die Realisierbarkeit einer Betriebsbesichtigung in diesem Zeitraum.

Was kostet eine Zertifizierung?

Die Kosten hängen hauptsächlich von der Anzahl der zu bewertenden Inhaltsstoffe ab, des Weiteren von der Anzahl der zu bewertenden Prozesse bzw. von dem Aufwand der Betriebsbesichtigung. Ein genauer Kostenrahmen kann nur genannt werden, wenn die Anzahl der Inhaltsstoffe bekannt ist oder abgeschätzt werden kann.

Seitens EPEA entstehen Kosten durch die Bewertung der Materialgesundheit und der Materialwiederverwertbarkeit, der Datenevaluation von Wasser, Energie und sozialen Aspekten in der Produktion sowie dem Projektmanagement inklusive der Kommunikation mit Lieferanten. Es können zusätzlich noch Kosten für eine Betriebsbesichtigung des Produktionsstandortes anfallen, die von EPEA durchgeführt wird.

Die Kosten für die Auditierung des Zertifizierungsreports wird vom C2CPII getrennt in Rechnung gestellt. Die aktuellen Gebühren sind auf der Webseite des C2CPII verfügbar.

Wie lange gilt das Zertifikat?

Ein Zertifikat gilt ab dem Ausstellungsdatum für zwei Jahre. Dann ist eine Re-Zertifizierung erforderlich, anderenfalls wird das Produkt ausgelistet.

Ist das Zertifikat weltweit gültig?

Kunden erhalten mit dem Zertifikat auch eine Lizenzvereinbarung vom C2CPII über die Nutzung des Logos, welche geprüft und unterschrieben werden muss. Zertifikate sind weltweit gültig entsprechend der Bedingungen der Lizenzvereinbarung. MBDC ist Eigentümer der Cradle to Cradle® Handelsmarke, C2CPII ist lizenziert zur Nutzung der Zertifizierungsmarke.

Sowohl der Zertifizierungsstandard als auch alle Richtlinien und Vorschriften sind veröffentlicht auf der Website des C2CPII.

Ich habe schon verschiedene Zertifizierungen - werden andere Zertifizierungen anerkannt bzw. angerechnet?

Generell wird kein anderes Zertifikat direkt angerechnet. Aber es wird bei der Evaluation der Energienutzung, des Wassermanagements und der sozialen Aspekte berücksichtigt, welche international anerkannten Zertifikate (wie z.B. FSC und GOTS) schon vorhanden sind. Dies führt eventuell zu einer besseren Bewertung.

Wie darf das C2C Logo verwendet werden?

Es gibt zwei lizenzierte Logos, die mit Cradle to Cradle Certified™ Program verbunden sind. Die folgenden Logos dürfen nur verwendet werden, wenn der gesamte Zertifizierungsprozess abgeschlossen bzw. eine Trademark Licensing Vereinbarung unterschrieben ist.

  1. Word mark - Cradle to Cradle Certified™ in Wort
  2. Design mark in Kombination mit erreichtem Level, z.B.

Weitere Information finden Sie unter: http://www.c2ccertified.org/resources/detail/trademark_use_guidelines

In welchen Dokumenten finde ich weitere Informationen?

Auf der EPEA Website finden Sie Dokumente (teilw. als Links), meist aufgrund der Internationalität des Programms auf Englisch, die Sie über Grundsätze und Verfahrensweise der Cradle to Cradle Certified™ Zertifizierung informieren.

Haben Sie Interesse bzw. konkrete Produkte für eine Zertifizierung? Dann kontaktieren Sie uns gerne unter certification@epea.com. In einem ausführlichen Angebot stellen wir Ihnen den Prozessablauf mit dem voraussichtlichen Zeitfenster und Budget dar.