Die Drei Prinzipien

Abfall ist Nahrung

Die Prozesse jedes an einem lebendem System beteiligten Organismus tragen etwas zur Gesundheit des Ganzen bei. Die Blüten eines Baumes beispielsweise fallen zur Erde, wo sie abgebaut und so zur Nahrung für andere Organismen werden. Mikroben etwa ernähren sich von dem organischen "Abfall" und deponieren wiederum Nährstoffe im Erdboden, die dem Baum erneut zugutekommen. Der "Abfall" des einen Organismus ist Nahrung für einen anderen. Menschliche Pläne, die diesem Nährstoffzyklus nachgebildet sind - Zyklen, in denen Müll in dem Sinn nicht mehr vorkommt, - bilden die Grundlage der Materialfluss-Systeme, die ein integraler Bestandteil des Cradle to Cradle® -Designkonzeptes sind.

Nutzung erneuerbarer Energien

Die erste industrielle Revolution schöpfte ihre Energie vorwiegend aus dem Reservoir der Vergangenheit; sie nutzte fossile Brennstoffe, die Millionen von Jahren zuvor entstanden waren. Die Atomenergie belastet die Zukunft mit Hypotheken und schafft für viele künftige Generationen hochgefährliche Verpflichtungen. Systeme jedoch, die durch Sonnenenergie angetrieben werden, nutzen die Energie von heute, ohne die Zukunft unserer Kinder nachhaltig zu belasten. Die Konstruktion von Produkten und Systemen kann die natürliche Energie der Sonne auf vielerlei Weise gewinnbringend und produktiv einsetzen. Das direkte Auffangen der Sonnenenergie ist eine Möglichkeit. Die Windkraft, die durch Thermik infolge des Sonnenlichts erzeugt wird, ist eine weitere Quelle, ebenso wie Biomasse und andere Energiequellen.

Unterstützung von Diversität

Natürliche Systeme funktionieren und gedeihen durch Komplexität. Verglichen mit den Standardlösungen der industriellen Revolution und der in der Globalisierung so geschätzten Einförmigkeit, fördert die Natur eine unendliche Vielfalt. An die Produktion von Gütern muss letztlich mit vielfältigen Ansätzen herangegangen werden. Sich auf ein einzelnes Kriterium zu konzentrieren, schafft Instabilität im größeren Kontext und repräsentiert das, was wir einen „Ismus“ nennen: eine extreme, völlig von der Gesamtstruktur losgelöste Position.